Depression: Wege aus der Hoffnungslosigkeit

Nahezu jeder fünfte Deutsche erkranken im Laufe seines Lebens an einer Depression. Grund für die „Müdigkeit vom Leben“ kann ein schwerer Schicksalsschlag sein, aber auch Vererbung oder eine Stoffwechselstörung im Gehirn, die Betroffene stärker auf Stress reagieren lässt. Wer unter einer Depression leidet, rückt alles Negative in das Zentrum seines Erlebens und verspürt eine innere Leere und Verzweiflung. Doch unabhängig von der Ursache gibt es Wege aus der Hoffnungslosigkeit.

So erkennen Sie eine Depression

Ob ein Mensch in Ihrem näheren Umfeld an einer Depression leidet, sie erkennen Sie meist daran, dass der Betroffene antriebslos ist und keine Freude noch andere Gefühle empfinden kann. Depressive Menschen sind häufig müde, obwohl sie ausreichend geschlafen haben. Auch fällt es ihnen schwer, ihre alltäglichen Aufgaben zu bewältigen. Hobbys und Interessen rücken in den Hintergrund. Oft äußert sich eine Depression auch durch eine tiefe Traurigkeit, die im schlimmsten Fall von Selbstmordgedanken begleitet wird.

Wird ein Mensch von schweren oder mittelschweren Depressionen geplagt, ist eine Behandlung mit Antidepressiva und eine gleichzeitige Psychotherapie unumgänglich. Moderne Antidepressiva sind heute in der Lage, die Wiederaufnahme von Botenstoffen im Gehirn zu beschleunigen. Die Psychotherapie begleitet die medikamentöse Behandlung. Leidet ein Mensch nur an einer leichten Depression, können folgende Ratschläge langfristig gegen die Symptome helfen. Allerdings ist der Erfolg nicht garantiert.

Mit Licht und Bewegung gegen die Depression

In zahlreichen Studien wurde festgestellt, dass Sport eine depressive Erkrankung lindern kann, indem durch körperliche Bewegung Botenstoffe im Gehirn ausgeschüttet werden, welche die Stimmung heben. Besonders gut geeignet sind Sportarten wie Laufen, Radfahren, Schwimmen, aber auch Nordic Walken und Wandern. Wichtig ist, dass regelmäßig Sport getrieben wird. Die Regelmäßigkeit ist aber auch gleichzeitig ein Problem, weil depressive Menschen sich nur schwer motivieren können. Hier ist es beispielsweise hilfreich, sich mit Freunden verabreden, um gemeinsam Sport zu treiben.

Wenn sich ein Mensch mit Depressionen an der frischen Luft bewegt, bringt dies gleich einen weiteren Vorteil mit sich, der einer Depression entgegenwirkt: Tageslicht kann eine Depression lindern, was ebenfalls wissenschaftlich bewiesen ist. Die Mediziner vermuten, dass durch natürliches Licht die Ausschüttung des Botenstoffs Melatonin gehemmt wird. Gewöhnliches Tageslicht ist ausreichend, selbst wenn die Sonne nicht scheint und der Himmel bedeckt ist.

Mit einem strukturierten Alltag gegen die Depression

Depressive Menschen geben häufig ihren gewohnten Tagesrhythmus auf. Feste Alltagsstrukturen und regelmäßige Aktivitäten können dem Betroffenen Halt bieten und dabei helfen, mit denen Symptome der Krankheit besser fertig zu werden. Als Angehöriger oder Freund können Sie hier wertvolle Hilfestellung bieten. Binden Sie den erkrankten in regelmäßige gemeinsame Unternehmungen bei. Unternehmen Sie beispielsweise wöchentliche Kegelabende oder gehen Sie mit dem depressiven Menschen an einem bestimmten Wochentag zum Essen, ins Kino oder treiben Sie gemeinsam regelmäßig Sport.

Um dem Alltag eine feste Struktur zu verleihen, sollten Sie darauf achten, dass der Betroffene regelmäßig schläft und isst. Gerade depressive Menschen essen häufig unregelmäßig und haben keinen Appetit. Als Angehöriger sollten Sie auf feste Essenszeiten pochen, auch, wenn der Erkrankte vorgibt, keinen Hunger zu verspüren.

Nill

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